Als Rainer Kimmig, der Direktor der Frauenheilkunde im Universitäts-Klinikum Essen, in den Ruhestand verabschiedet wird, folgt eine Schlammschlacht im WDR.
Abtreibungs‐Gegner griffen Dr. Kimmig an wegen seiner intellektuellen und moralischen Redlichkeit und seines Mutes, sich jahrelang der Abtreibung verweigert zu haben. Der Direktor der Geburtshilfe erklärte: „Ich bin überzeugt, daß man weder am Anfang noch am Ende das Leben eines anderen beenden darf. Ich könnte auch niemandem eine tödliche Spritze geben, um ihn von seinem Leiden zu erlösen.“ Und weiter in der „Westdeutschen Allgemeinen Zeitung“: „Ich könnte nicht damit leben, das auch nur einmal getan zu haben.“ Seine Äußerung wurde in der „Tagesschau“ wiedergegeben. Schon der Arzt‐Eid, den jeder angehende Mediziner seit Jahrhunderten ablegen sollte, zielt auf das Erhalten des Lebens.
Der Eid geht zurück auf den griechischen Arzt Hippokrates (†377 v. CHR.): Ziel ist Leben, Gift darf nicht verwendet werden, die Götter werden als Zeugen angerufen, keine fruchtabtreibenden Mittel will der Arzt einsetzen, sondern heilig und fromm Leben bewahren.
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