Folgenden Leserbrief schrieb Pfarrer Winfried Pietrek, der am 23.04.2026 in der DT abgedruckt wurde:
Zur Berichterstattung der „Tagespost“ über die geplanten Bischofsweihen der Piusbruderschaft: Die Pius-Bruderschaft trifft eifrig Vorbereitungen zur Weihe von Weihbischöfen am 1. Juli 2026 ohne Erlaubnis Roms. Als einer der Gründe für die de-facto-Abspältung der FSSPX von der römisch-ka-tholischen Weltkirche wird im Mitteilungsblatt der FSSPX vom Februar 2026 angeführt, dass die FSSPX das II. Vatikanum ablehnt und nur die alte Messe (missa tridentina) für gültig hält. Doch diese Sichtweise greift zu kurz. Erstens hat das II. Vatikanum keinen Dogmen-Charakter. Zweitens zelebrieren zahlreiche katholische Priester innerhalb der katholischen Kirche im Einvernehmen mit Rom die klassische Liturgie auch heute, siehe die Petrusbruderschaft in Wigratzbad, das Institut Christuskönig und Hoherpriester sowie die SJM. Auch ich selbst als Bistumspriester – geweiht 1958 -tue dies seit Jahren, lehne aber den Novus ordo nicht ab.
Um einer ungerechtfertigten Ablehnung des Novus ordo vorzubeugen, möchte ich auf das Hostienwunder von Liegnitz (Schlesien) in der Weihnachtsmesse 2013 hinweisen: Während der neuen Liturgie konsekrierte der Priester die heiligen Hostien, eine davon verwandelte sich in eine Bluthostie. 2016 wurde dieses Hostien-Wunder sowohl durch die gerichts-medizinischen Labore von Breslau und Stettin als auch durch den Vatikan kirchlich anerkannt. In dem Wunder sehe ich ein Gottesurteil in der Auseinandersetzung um den alten bzw. neuen Ritus in der Liturgie. „Duldet keine Spaltungen unter euch!“ warnt Paulus (1 Kor. 10-17). Den Heiligen Vater, die Gläubigen, aber auch die Pius-Bruderschaft bitte ich, sich vor Gott und voreinander zu demütigen, um die Einheit der katholischen Kirche in Wahrheit zu bewahren. Dabei geht es für jeden Einzelnen von uns um Gebet, Buße und Opfer, damit wir Christus nicht einander vorenthalten.
Pfr. Winfried Pietrek, 59329 Wadersloh





