Der Mann faßt Vertrauen zu mir. Er sagt: „Darf ich Sie einmal etwas Ungeheuerliches fragen?“ – „Selbstverständlich!“ antworte ich.
Da fängt er an: „Wie kann jemand denn glauben, daß Gott in einem kleinen Stückchen Brot gegenwärtig ist?“ Er meint die hl. Hostie, die der Priester in der hl. Kommunion während des Gottesdienstes den Gläubigen reicht, sowohl im „Novus Ordo“ als auch im „klassischen Ritus“. Fragend schaut mich der Mann an. Ich antworte: „An dieses Ge heimnis zu glauben, ist ein Ge schenk GOTTES. Millionen Menschen glauben an JESUS, den GOTT‐Menschen, und auch an Sein Wort, das ER beim Abschied von Seinen Jüngern vor Seiner Kreuzigung sagte: „Dies ist Mein Leib. Tut dies zu Meinem Gedächtnis“. Schon früher sagte JESUS: „Wer von diesem Brot ißt, wird leben in Ewigkeit“ (Joh 6,54). Und wieder ein anderes Mal: „ICH bin das Brot, das vom Himmel gekommen ist,“ (Joh 6,41). – „Kann er das nicht symbolisch gemeint haben?“, wendet der Mann ein. – „Nein!“, sage ich: „Schon die ersten Christen verstehen das wörtlich. Auch für uns gibt es kein größeres Geschenk als JESU Versicherung, daß ER hier in dieser kleinen Hostie wirklich gegenwärtig ist.“ Der Mann senkt den Blick und schweigt eine Weile.
Die kleine Li
Eine andere Begebenheit nach dem II. Weltkrieg kommt mir in den Sinn. Die Kommunisten in China schlossen als Erzfeinde des Glaubens die Kirchen und verstreuten die hl. Hostien auf dem Boden. Doch da sieht ein eingesperrter Missionar aus seinem Kerker, wie ein kleines Mädchen jeden Morgen in die verwüstete Kirche schleicht, um den Heiland zu trösten. Die kleine Li hat so viel Liebe und Ehrfurcht vor JESU Gegenwart in jeder hl. Hostie, daß sie niederkniet und jede Hostieeinzeln mit dem Mund aufnimmt und verzehrt. Der Tabernakel steht offen, das Allerheiligste ist über den Boden verstreut, doch die kleine Li möchte dem Heiland eine neue Wohnung geben: Ihren Leib. Daher ißt sie die Hostien voller Liebe auf. Da es viele sind, kommt sie an mehreren Tagen wieder. Doch die Kommunisten entdecken diesen Glaubens‐Akt. Und eines Morgens erschießt sie ein kommunistischer Soldat. Danke, kleine Li!
Die hl. Hostie von Lanciano
Der Gesprächspartner bleibt abwehrend. Ich sage: „Es existieren viele Zeugnisse über Hostienwunder. Zum Beispiel im italienischen Lanciano. Dort verwandelt sich im 12. Jahrhundert während des hl. Meßopfers eine Hostie in lebendiges, frisches Fleisch, als der Priester die Wandlungs‐Worte spricht. Bis heute ist die gewandelte Hostie gut aufbewahrt in der Kirche in Lanciano. Die katholische Kirche hat das Wunder wissenschaftlich geprüft und als übernatürliches Phänomen – also als Wunder – anerkannt. Zuletzt untersuchte die Universität in Siena die hl. Hostie und fand heraus, daß es sich tatsächlich um Herzmuskel‐Fasern handelte und die seltene Blutgruppe AB vorliegt.
Dülmen und Konnersreuth
Ich frage weiter: „Und warum konnten Anna Katharina Emmerick (†1824) im westfälischen Dülmen und Therese Neumann (†1962) im bayerischen Konnersreuth jahrelang nur von der Kommunion leben, ohne zu verhungern? Ist das nicht ein Wunder?“ Mein kritischer Fragesteller schweigt. Ich fahre fort. „Ähnlich ist es mit Bruder Klaus (†1487), dem Nationalheiligen der Schweiz: Jahrelang aß er nichts und überlebte allein aufgrund des Empfanges der hl. Hostie, die ihm der Priester reichte.“ Mein Gegenüber schweigt, und ich denke an meine Heimat in Schlesien: „Auch in Liegnitz gab es im Novus Ordo ein Hostien‐Wunder: 2013 sahen der Priester und Gläubige Blut in der Hostie, als der Priester die WandlungsWorte sprach.“ Mein Partner ist nachdenklich geworden. Ja, allein durch Glauben werden wir gerettet. So will es JESUS. Doch gibt ER jedem Menschen soviel Gnade, daß er gerettet werden kann. GOTT heißt „JAHWE“ – „ICH BIN DA“. Wir müssen das Wort nur tief in unser Herz eindringen lassen und jeden Tag danke sagen. Dann erleben auch wir Wunder.
Pfr. Winfried Pietrek CM‐Antiquariat:
Erfahrungen mit Gott (15 €)




