Deutschlands Klartext in München

„Wir brauchen keine weiteren Ratschläge“, so der deutsche Außenminister an seinen US‐Kollegen Rubio auf der Münchner Sicherheitskonferenz 2026: Deutschland wird am Bündnis mit den USA festhalten, wird sich aber nicht von den Amerikanern gängeln lassen.

Außenminister Johann Wadephul (CDU) beurteilte die Rede seines US‐Kollegen Marco Rubio in München als „guten Auftakt“ für künftige konstruktive Gespräche ‐ verwahrt sich aber gegen weitere Forderungen der Amerikaner. „Europa hat sich aus eigenem Antrieb entschlossen, für mehr Wettbewerbsfähigkeit und Stärke zu sorgen. Dazu brauchen wir auch keine weiteren Anregungen von draußen.“ Auch um das Thema illegale Migration kümmere sich die Bundesregierung bereits. „Aber wir brauchen an der Stelle keine weiteren Ratschläge. Angefangen von kritischen Mineralien über Attacken in der Cyberwelt bis hin zur russischen Bedrohung und China haben Europa und Amerika eine Menge gemeinsame Herausforderungen. Diese sollte man miteinander anpacken. Wenn das zukünftig den Geist des Miteinanders beherrscht, dann bin ich sehr zuversichtlich, daß wir zu alter Geschlossenheit zurückfinden.“ Rubio kämpfte derweil für ein starkes Amerika: „Wir wollen Verbündete, die sich selbst verteidigen können, damit kein Gegner jemals in Versuchung geführt wird, unsere kollektive Stärke zu testen. Wir in Amerika haben kein Interesse daran, höfliche und ordentliche Verwalter des verwalteten Niedergangs des Westens zu sein.“ Auch der deutsche Verteidigungsminister Boris Pistorius (SPD) zeigt den Amerikanern klare Grenzen auf, denn die ungerechtfertigten Ansprüche des USPräsidenten Donald Trump auf ein fremdes Land wie Grönland „sind ein schädigendes Verhalten gegenüber der Nato“. Damit stellt Trump die territoriale Integrität und Souveränität eines Nato‐Mitgliedstaates in Frage. Die Europäischen Verbündeten wurden bewußt von Verhandlungen ausgeschlossen, obwohl sie für die Sicherheit auf dem Kontinent benötigt werden. Auch die Verhandlungstaktik zur Beendigung des Ukraine‐Krieges kritisierte Pistorius scharf, denn die USA waren dabei ihren ukrainischen Verbündeten in den Rücken gefallen und wollten zusammen mit Moskau Neuwahlen in Kiew erzwingen.

Das Fazit: Die USA können nicht allein handeln, aber auch für Europa müsse das Bündnis einen Sinn ergeben.

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