Das Geheimnis der Liebe

In jedem Menschen existiert ein innerstes Verlangen, geliebt zu werden. Keiner möchte, keiner kann einsam sein. Vom dreieinigen Schöpfer her sind alle Geschöpfe auf Gemeinschaft hin angelegt.

Sie stillt den Hunger nach Anerkennung und Geborgenheit. Sie hilft, Einsamkeit zu überwinden und unnötige Grenzen aufzuheben und sich auch geistig auszutauschen. Zusammenzuhocken, ist noch keine Liebe. Gemeinsam zu singen, läßt Liebe schon stärker aufleuchten, ebenso ein gemeinsames Essen.

Liebe reicht tiefer

Gemeint ist nicht die in unserer Zeit einseitig betonte sexuelle Liebe, die zurecht in die Ehe eingebettet ist. Seelische Liebe, unendlich mehr als äußere Zuneigung, ist nicht nur ein Gefühl, sondern die stille Treue‐Erklärung des Herzens. Weil diese oft mißverstanden wird, verstehen viele nicht das Geheimnis der Ehelosigkeit: Die Ehe mit GOTT. Jeder Mensch ist so stark, daß er körperliches Verlangen überbrücken und von GOTT stillen lassen kann. JESUS selbst spricht vom Geheimnis: „Wer es fassen kann, der fasse es. Es gibt Menschen, die um des Himmelreiches willen auf die Ehe verzichten“ (Mt 19,12). Das setzt Hingabe der Zeit und der ganzen Person voraus wie in jeder echten Liebe.

Ohne Selbstliebe keine Liebe

Bei aller Schwäche jedes Menschen setzt Selbstliebe das tiefste Gottvertrauen voraus: GOTT will unsere Schwächen heilen. Nur wer sich unendlich von GOTT geliebt weiß, kann auf das vordergründige Lieben dieser Erde verzichten. Das Wort Sakrament bedeutet „Geheimnis des Heils“. Nur wer tief überzeugt ist, daß ihn das Geheimnis des Heils erreicht, nur der kann die tiefste Einsamkeit – die ohne GOTT – überwinden. Mystiker, Geheimnis‐Träger, wurden sogar im Gebet von GOTT hochgehoben.

Feindesliebe als Krönung

Eine der Tragödien des Islam ist, daß er – ohne JESUS – keine Feindesliebe kennt und Versöhnung unmöglich ist. JESUS stellt fest: „Liebt eure Feinde und betet für die, die euch verfolgen, damit ihr Söhne eures Vaters im Himmel werdet. …. Wenn ihr nämlich nur die liebt, die euch lieben, welchen Lohn könnt ihr dafür erwerben? Und wenn ihr nur eure Brüder grüßt, was tut ihr damit Besonderes?“ (Mt 5,43). Solche Vollkommenheit muß in hartem inneren Kampf errungen und erbetet werden. Sie wird vor allem durch die sieben Sakramente eingegossen, wobei jedes seine besondere Wirkweise hat. Je nach Berufung kann jemand sogar „liebeskrank“ werden aus Mangel an sakramentaler Heiligung.

Das Hohelied der Liebe

„Wenn ich in den Sprachen der Menschen und Engel redete, hätte aber die Liebe nicht, wäre ich dröhnendes Erz und eine lärmende Pauke. Und wenn ich prophetisch reden könnte und alle Geheimnisse wüßte und alle Erkenntnis hätte, wenn ich alle Glaubenskraft besäße und Berge damit versetzen könnte, hätte aber die Liebe nicht, wäre ich nichts. Und wenn ich meine ganze Habe verschenkte und wenn ich meinen Leib zum Verbrennen gäbe, hätte aber die Liebe nicht, nützte es mir nichts. Die Liebe ist langmütig, gütig, ereifert sich nicht, prahlt nicht, bläht sich nicht auf. Sie erträgt alles, glaubt alles, hofft alles, hält allem stand. Die Liebe hört niemals auf.“ (1 Kor. 13,4).

Pfr. Winfried Pietrek
CM‐Antiquariat: Große Mütter (15 €)

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