Das Wort steht so nicht in der Bibel. Doch die Kirche ist ein lebendiger Organismus, von gegebenen Ämtern bis hin zum Papstamt getragen, zugleich von Betern bewegt, die innig an die Macht der Gnade GOTTES glauben und in ihr leben. Mit JESUS ist Maria Herzstück der Kirche, und deshalb wird sie in allen Jahrhunderten als „Miterlöserin“ verstanden. Denn ohne Maria hätten wir JESUS nicht.
Manche Christen befürchten dennoch: Wird Maria Miterlöserin genannt, würde JESUS, dem einzigen Erlöser der Welt, Abbruch getan. Doch im Gegenteil: GOTT ist so groß, daß auch Sein Spiegelbild in den Geschöpfen, den Geheiligten, Seine Größe widerspiegelt. Um so mehr in Maria. Schon Kirchenvater Augustinus (†430) schreibt, Maria habe durch ihre Liebe mitgewirkt, daß die Gläubigen in der Kirche geboren werden. Marias Ja-Wort ist „einzigartig“, wie das II.Vatikanische Konzil (1962-1965) feststellt. Davon überzeugt war auch der belgische Kardinal Mercier, der vor genau 100 Jahren (1926) gemeinsam mit den Bischöfen Belgiens erbat, den bestehenden Glauben durch einen Glaubenssatz, durch ein Dogma, zu festigen. Also Maria als „Mittlerin aller Gnaden“ zu verkünden. Papst Benedikt XV. (†1922) führte 1921 wahlweise das Fest unter diesem Namen ein. Denn Maria wurde nicht nur passiv von GOTT benutzt, sondern hat frei zum Heil der Menschen mitgewirkt. Die Akten des letzten Konzils vermerken ausdrücklich: „Mit Rücksicht auf die Protestanten“ habe das Konzil diesen „wahrhaftigsten“ Ausdruck nicht gebraucht. Doch Diplomatie darf den Glaubensfluß nie hemmen. Schon Johannes Paul II. betitelte 1997 eine seiner Predigten: „Maria als einzigartige Mitwirkerin an der Erlösung“. Der Namensvorgänger des jetzigen Papstes, Leo XIII. (1878-1903), überschrieb ein Ablaßgebet „Miterlöserin des MenschenGeschlechtes“. Und der Konvertit Kardinal Henry Newman (†1890) verteidigte öffentlich den Ehrentitel „Miterlöserin“ gegen einen Anglikaner. Schon 431, als das Konzil von Ephesus den Jahrhunderte alten Titel „Gottesmutter“ verpflichtend verkündete, gab es Mißverständnisse. Doch Glaubenshürden, die nicht zu umgehen sind, können zu tieferem Glauben führen. Benedikt XVI. rief 2010 in Fatima Maria als „Mittlerin der Gnaden“ an. Wie Professor Manfred Hauke feststellt, fügte Benedikt hinzu: Maria sei „vollständig eingetaucht in die eine universelle Mittlerschaft CHRISTI“.
Sr. Maria Anja
Buch: Maria. Das Leben der allerseligsten Jungfrau (15 €)




