Leib und Seele gehören zusammen. In jeder Faser unseres Körpers pulsiert das Leben unserer mit GOTT verbundenen Seele.
Unsere Hände sind „durchseelt“, das Gesicht jedes Menschen, ja unser ganzer Leib. Was wir tun, tun wir immer mit Leib und Seele. Diese Einheit ist so tief, daß wir uns von bloßer Materie unterscheiden. Nur wer GOTT und die Existenz unserer Seele leugnet, verfällt auf den unnützen Gedanken, z. B. den eigenen Leib nicht beerdigen lassen, sondern zu verbrennen, da das „kostengünstiger“ ist als eine Erd‐Bestattung. Dieser Mensch hat nicht begriffen, daß nicht nur die Seele zum göttlichen Schöpfer zurückkehrt, sondern auch der Leib dereinst verklärt auferstehen wird, wie es in JESUS CHRISTUS sichtbar geworden ist.
Wahrer Gottesdienst
Der Glaube an GOTT und die Existenz der eigenen Seele wirkt sich auch im Gottesdienst aus: Der Leib betet mit. Kniebeuge und Verneigung reißen die Seele mit und zeigen die Demut des Herzens vor GOTT an. Sie geben Ausdruck der tiefen Liebe zu un serem Schöpfer. Alle Religionen kennen die Bedeutung, die ein gebeugter oder gar liegender Körper hat. So wirft sich der Priester am Karfreitag mit den Meßdienern vor dem Gekreuzigten zu Boden. Ehrfurcht vor dem Ge heimnis steckt auch Nicht‐Gläubige und junge Menschen an. Sie übernehmen intuitiv die Herzenshaltung desjenigen, der tief von GOTTES Gegenwart ergriffen ist. Sie erleben, daß andere wirklich tief glauben und nicht nur einen symbolischen Akt vollziehen.
Es haute uns auf die Knie
Vor Jahren hielt ich einen der Besinnungstage für KURIERLeser in Kloster Thuine bei Lingen, im Mutterhaus von heute 850 Franziskanerinnen, die in aller Welt tätig sind. Abends hielten
wir Anbetung vor dem ausgesetzten Allerheiligsten. Unter den Teilnehmern war ein junges evangelisches Ehepaar, das ein eigenartiges Erlebnis hatte. „Als der Pfarrer aus dem goldenen Kästchen auf dem Altar eine Strahlensonne herausholte“, erzählten sie später, „hat es uns von der Bank auf die Knie gehauen.“ Sie hatten ganz vorn gesessen, um alles ge nau verfolgen zu können. Als ich während eines Dankes-Besuches bei der Generaloberin war und davon erzählte, nickte sie nur und sagte: „In der Schwestern‐Kapelle halten wir Ewige Anbetung. So etwas, wie Sie es erlebten, passiert bei uns immer wieder einmal.“
Glaube braucht Stützen
In den USA hat eine Forscherin, so die DT, 850 Katholiken zu ihrem rituellen Verhalten befragt, ebenso zu der damit verbundenen Glaubenstiefe. Von denen, die ehrfürchtige Mundkommunion praktizierten, glaubten viele tief an die Gegenwart CHRISTI in der hl. Hostie, während bei den Hand‐Kommunion‐Empfängern mehrere der Befragten lediglich an eine symbolische Gegenwart CHRISTI glaubten. Sogar die Wandlungsglocken der Meßdiener förderten – nach jener USBefragung – einen tieferen Glauben an die „Real‐Präsenz“ JESU in der hl. Hostie. Auch das Latein in der klassischen Liturgie wirkt als ein „Geheimnis‐Träger“ und verhilft zu tieferem Glauben. Desgleichen fördert auch die Gestaltung des Kirchenraums, z.B. mit dem Aufblick zum Hochaltar, die Ehrfurcht vor GOTT.
Den HEILAND berühren
Daß wir überhaupt den HEILAND in der hl. Hostie während der hl. Kommunion berühren dürfen, ist ein unfaßbar großes Geheimnis und Geschenk. Als Priester bin ich vor dem „Vaterunser“ beim „Hochgebet“ – bei welchem der Priester den Kelch mit dem kostbaren Blut CHRISTI und die heilige Hostie erhebt ‐ immer erschüttert: Ich darf, ja ich muß – nach der liturgischen Ordnung – fünfmal das Zeichen des Kreuzes mit der heiligen Hostie vollziehen, dreimal im Kelch, zweimal außerhalb des Kelches, und bete dabei auf Latein: „Durch IHN und mit IHM und in IHM ist Dir, GOTT, allmächtiger VATER, in der Einheit des HEILIGEN GEISTES alle Ehre und Verherrlichung“. Haut an Haut mit dem verklärten Gekreuzigten JESUS CHRISTUS. Und es folgt die Zustimmung des ganzen Gottesvolkes zu dieser Aufopferung des HERRN durch das AMEN.
Pfr. Winfried Pietrek
Buch: Der Mann, der die Welt verwandelt (10 €)




