{"id":7559,"date":"2023-04-01T22:52:11","date_gmt":"2023-04-01T20:52:11","guid":{"rendered":"https:\/\/christliche-mitte.de\/?p=7559"},"modified":"2023-04-01T23:00:08","modified_gmt":"2023-04-01T21:00:08","slug":"gertrud-le-forts-verschlungener-weg","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/christliche-mitte.de\/index.php\/2023\/04\/01\/gertrud-le-forts-verschlungener-weg\/","title":{"rendered":"Gertrud Le Forts verschlungener Weg"},"content":{"rendered":"\n<p>Sie ist Dichterin und Intellektuelle. Geboren als Protestantin, verliert sie ihr Herz an die katholische Kirche und dichtet die ber\u00fchmten \u201eHymnen an die Kirche\u201c. Sie kennt noch die vor-konziliare Kirche mit der missa tridentina und der Tiefe des Mysteriums. 1971 stirbt sie, gesch\u00e4tzt und geliebt nicht nur von Deutschen.<\/p>\n\n\n\n<p>Gertrud von Le Fort ist Deutsche und bekennt: \u201eTalent ist Ge\u00adschenk. Der Dichter bringt von sich selbst aus eigentlich nur das Wissen mit, sich selbst m\u00f6glich zu vergessen, um in Liebe ge\u00f6ffnet zu sein. Dichtung ist Hingabe der Pers\u00f6nlichkeit.\u201c<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Begabt und adlig<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>1876 wird sie in Minden geboren und w\u00e4chst in einem frommen, protestantischen Elternhaus auf. Der Vater ist preu\u00dfischer Oberst.&nbsp; Gertrud ist schriftstellerisch be\u00adgabt. Ihrer so gern schreibenden Tochter sagt die Mutter: \u201eKind, dichte, aber bel\u00e4stige niemanden damit.\u201c So versucht sie sich, 9 Jahre alt, schon an einem Drama. Als sie 20 ist, unternimmt sie ihre erste Auslandsreise. Es geht nach Wien und Italien.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Lebenswende in Rom<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>1907 begegnet sie Papst Pius X.. Sein Charisma macht einen \u00fcberw\u00e4ltigenden Eindruck auf die junge Frau und wird zum Meilenstein auf ihrem Weg zum katholischen Glauben. Ab 1908 studiert sie Theologie in Heidelberg, Marburg und Berlin sowie die F\u00e4cher Geschichte und Kunstgeschichte, Literatur und Philosophie. Noch ist es evangelische Theologie, doch der katholische Funken ist bereits im Herzen \u00fcbergesprungen.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Leitung des Familiengutes<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Als der Erste Weltkrieg 1914 ausbricht, kehrt die Familie von Ludwigslust zur\u00fcck auf das Familien-Gut Boek, wobei ihr j\u00fcngerer Bruder nun das Gut erbt. Doch da er 1920 am Kapp-Putsch beteiligt ist, um das neue sozialistisch-demokratische Staatsgebilde zu st\u00fcrzen, mu\u00df er Mecklenburg verlassen, und Gertrud \u00fcbernimmt die Leitung des Familien-Gutes. 1922 zieht sie um nach Baierbrunn bei M\u00fcnchen. Der erste selbst\u00e4ndige Akt hin zum praktizierten katholischen Glauben ist dies, denn schon damals f\u00fchlt sie sich von der katholischen Liturgie magnetisch angezogen.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Hymnen an die Kirche<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>1924 erklingen dann ihre wunderbaren \u201eHymnen an die Kirche\u201c. Zwei Jahre sp\u00e4ter folgt in Rom ihr Eintritt in die katholischen Kirche. Die Dichterin h\u00e4lt unterdessen zahlreiche Vortr\u00e4ge in Deutschland und auf ihren Auslands-Reisen. Vor allem in der Schweiz. Sie befreundet sich mit Edith Stein, Theodor Haeckel, Erich Przywara und hat Kontakt zu Paul Claudel. Ihr Traum ist ein christliches Deutschland mit konservativem Wertesystem, was fundamental mit dem NS-Staat von 1933 kollidiert. Es gleicht einem Wunder, da\u00df sie 1938 ihren Roman \u201eDie Magdeburgische Hochzeit\u201c publizieren kann. Seit 1950 gibt sie die Zeitschrift \u201eLiterarisches Deutschland\u201c zusammen mit anderen deutschen Schriftstellern heraus. Gertrud von Le Fort gilt heute als eine der bedeutendsten deutschen katholischen Schriftstellerinnen.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Das Schwei\u00dftuch der Veronika<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Alle ihre Romane und Erz\u00e4hlungen sowie ihre Gedichte behandeln Glaubens-Fragen, eingebettet in die Historie. So z. B. der Roman \u201eDas Schwei\u00dftuch der hl. Veronika\u201c. Immer geht es ihr darum, den Leser zu einer pers\u00f6nlichen Glaubens-Entscheidung f\u00fcr JESUS Christus zu bewegen. IHN lieben. In IHM den Heiland erkennen. Die Kirche als Institution ist dabei die erhabene Mittlerin und Ordnungsmacht. Gertrud von Le Fort erkl\u00e4rt in ihren Romanen den Sinn von Leid und Opfer, und m\u00f6chte dadurch helfen, Licht in den sich ausbreitenden Unglauben des 20. Jahrhunderts zu bringen. Weltbekannt ist ihre Novelle \u201eM\u00e4rtyrinnen von Compi\u00e8gne\u201c, die in der Franz\u00f6sischen Revolutionszeit spielt und das Schicksal von 16 Karmelitinnen in dramatisch-anschaulicher Weise spannend und religi\u00f6s-\u00fcberh\u00f6ht darstellt.<br>Bis zu ihrem 95. Lebensjahr darf Gertrud von Le Fort ihr Wirken fortsetzen, ehe sie in den ewigen Frieden heimgeholt wird.<br><em>Sr. M. Anja Henkel<\/em><\/p>\n\n\n\n<p>Buch: <strong><a href=\"https:\/\/christliche-mitte.de\/index.php\/buch-ueber-telefon-oder-per-mail-bestellbar\/\" data-type=\"page\" data-id=\"6540\">Das Schwei\u00dftuch der Veronika<\/a><\/strong> (10 \u20ac)<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Sie ist Dichterin und Intellektuelle. Geboren als Protestantin, verliert sie ihr Herz an die katholische Kirche und dichtet die ber\u00fchmten \u201eHymnen an die Kirche\u201c. Sie kennt noch die vor-konziliare Kirche mit der missa tridentina und der Tiefe des Mysteriums. 1971 stirbt sie, gesch\u00e4tzt und geliebt nicht nur von Deutschen. Gertrud von Le Fort ist Deutsche&hellip;<\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":7563,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[71,4],"tags":[],"class_list":["post-7559","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-christus-glaube","category-kurier-der-christlichen-mitte","entry"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/christliche-mitte.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/7559","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/christliche-mitte.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/christliche-mitte.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/christliche-mitte.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/christliche-mitte.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=7559"}],"version-history":[{"count":1,"href":"https:\/\/christliche-mitte.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/7559\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":7560,"href":"https:\/\/christliche-mitte.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/7559\/revisions\/7560"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/christliche-mitte.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/media\/7563"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/christliche-mitte.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=7559"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/christliche-mitte.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=7559"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/christliche-mitte.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=7559"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}