{"id":5563,"date":"2021-07-31T14:53:43","date_gmt":"2021-07-31T12:53:43","guid":{"rendered":"https:\/\/christliche-mitte.de\/?p=5563"},"modified":"2021-07-31T15:18:25","modified_gmt":"2021-07-31T13:18:25","slug":"was-tun-wir-im-himmel","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/christliche-mitte.de\/index.php\/2021\/07\/31\/was-tun-wir-im-himmel\/","title":{"rendered":"Was tun wir im Himmel?"},"content":{"rendered":"\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Auf diese Frage werden viele Leute, auch fromme, antworten, das k\u00f6nnten wir nicht wissen und w\u00fcrden es erst im Himmel erfahren. Doch das ist voreilig. Paulus z. B. schreibt in seinem ersten Brief an die Korinther: \u201eJetzt schauen wir Gott wie durch einen Spiegel, r\u00e4tselhaft, dann aber von Angesicht zu Angesicht\u201c (13,12).<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die Gottes-Schau versetzt die Seelen in einen Zustand unbeschreiblicher Seligkeit, der mit nichts zu vergleichen ist. Denn wir sind so geschaffen, da\u00df uns das gr\u00f6\u00dfte Gl\u00fcck nur durch Schauen zuteilwird, nicht durch Handeln oder Genie\u00dfen. Der griechische Philosoph Aristoteles (um 400 v.CHR.) sagt: \u201eDas Sehen ziehen wir allem vor.\u201c Wer zwischen Sehen und H\u00f6ren w\u00e4hlen m\u00fc\u00dfte, w\u00fcrde ohne Z\u00f6gern das Sehen w\u00e4hlen. Mancher meint, das ewige Sehen sei langweilig. Doch das ist falsch. Schon beim Anschauen eines Sonnen-Aufgangs im Gebirge oder am Meer w\u00fcnscht jeder insgeheim, das Schauen m\u00f6ge nie enden. Bereits in diesem Leben gibt es eine Vorahnung der ewigen Anschauung Gottes: In den Augen eines Kindes, in einer sch\u00f6nen menschlichen Gestalt, im Sternen-Himmel usw.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Goethe sagt einmal, da\u00df wir des Schauens bed\u00fcrften. Wenn aber des Sch\u00f6nen, dann auch Gottes. Denn Gott ist der Inbegriff des Sch\u00f6nen. Auch in einem Kunstwerk ahnen wir etwas von der Sch\u00f6nheit Gottes. Die moderne Kunst aber hat diesen Weg verbaut. Sie gibt uns nicht, was wir von ihr erwarten. Und darum lehnen viele sie ab. Schauen ist kein Tun, kein Erleiden. Deshalb sind wir beim Schauen hoch aktiv und hoch konzentriert. Beim Schauen begreifen wir mit gr\u00f6\u00dfter Sicherheit: Das ist es, was wir eigentlich und immer wollten. Wir sind auf Schauen angelegt, nicht auf Handeln.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die zunehmende Zerst\u00f6rung der nat\u00fcrlichen Umwelt, die Verh\u00e4\u00dflichung der St\u00e4dte durch moderne Bauten, die atonale Musik, der Funktionalismus moderner Kirchen usw. verhindern die Vorahnung ewiger Freude. Wie durch einen geheimen Zwang dr\u00e4ngt die Welt immer weiter in die Gottes-Ferne. Und man kann da wohl von einer d\u00e4monischen Gesetzm\u00e4\u00dfigkeit sprechen. Die alten Griechen wu\u00dften noch, da\u00df Gott ein Wesen von faszinierender Sch\u00f6nheit ist und der Mensch auch darin sein Ebenbild. Deshalb haben sie die G\u00f6tter als ideale Menschen-Gestalten in Marmor dargestellt. \u201eDas H\u00f6chste, was uns vom Altertum \u00fcbrigblieb.\u201c (Goethe)<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Himmel bedeutet: sich nicht sattsehen k\u00f6nnen an Gottes Angesicht. Und schon auf Erden gibt es ferne Abbilder Gottes und Vor-Ahnungen der ewigen Freude.&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp; <br><em>Werner J. Mertensacker&nbsp;&nbsp;<\/em><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">CM-Buch: <a href=\"https:\/\/christliche-mitte.de\/index.php\/produkt\/himmelsleiter\/\" data-type=\"product\" data-id=\"5276\"><strong>Himmelsleiter <\/strong><\/a>(5 \u20ac)<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Auf diese Frage werden viele Leute, auch fromme, antworten, das k\u00f6nnten wir nicht wissen und w\u00fcrden es erst im Himmel erfahren. Doch das ist voreilig. Paulus z. 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