{"id":3698,"date":"2020-04-09T19:26:36","date_gmt":"2020-04-09T17:26:36","guid":{"rendered":"https:\/\/christliche-mitte.de\/?p=3698"},"modified":"2020-04-09T19:26:39","modified_gmt":"2020-04-09T17:26:39","slug":"verdirbt-politik-den-charakter","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/christliche-mitte.de\/index.php\/2020\/04\/09\/verdirbt-politik-den-charakter\/","title":{"rendered":"Verdirbt Politik den Charakter?"},"content":{"rendered":"\n<p>\u00dcber die Politiker h\u00f6rt man mehr Tadel als Lob, nicht nur wegen ihrer Politik, sondern auch, weil sie einen schlechten Charakter h\u00e4tten. Und dabei schwingt die \u00dcberzeugung mit, da\u00df die Politik daran nicht unwesentlich mitgewirkt habe.<\/p>\n\n\n\n<p>Wenn das stimmt, ist der Politiker nicht nur T\u00e4ter,\nsondern auch Opfer, Opfer seines Milieus. Und dann m\u00fc\u00dfte man davor warnen, in\ndie Politik zu gehen. Nat\u00fcrlich gibt es Menschen, die schon einen schlechten\nCharakter mitbringen, wenn sie in die Politik gehen. Andere aber stehen dauernd\nin der Gefahr, ihren Charakter durch falsches Verhalten zu verderben.\nGrunds\u00e4tzlich gilt das zwar f\u00fcr alle Berufe. Aber es scheint doch, da\u00df der\nPolitiker besonders gef\u00e4hrdet ist. Bekanntlich spricht man vom \u201eglatten Parkett\nder Politik\u201c, auf dem einer leicht ausrutschen k\u00f6nne. Welchen Gef\u00e4hrdungen ist\nnun besonders der Politiker ausgesetzt?<\/p>\n\n\n\n<p><strong>1. Feigheit<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>In der Demokratie wird nach Mehrheit entschieden. In\nder Mehrheit kann man sich aber gut verstecken. Keiner wei\u00df dann, ob man dabei\nwar oder nicht. Dieses Mitmachen kann zur Regel werden und ist dann Feigheit.\nDoch Feigheit bringt viele Vorteile. Wer in Partei und Fraktion immer mit den\nW\u00f6lfen heult, wird bei der n\u00e4chsten Wahl wieder auf den Stimmzettel gesetzt und\nhat die Chance einer Wiederwahl. Die Feigheit ist f\u00fcr einen Politiker also\nnaheliegend.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>2. Bestechlichkeit<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Von politischen Entscheidungen kann f\u00fcr gro\u00dfe\nUnternehmen viel abh\u00e4ngen. Deshalb versuchen Vertreter solcher Unternehmen oft,\nm\u00f6glichst viele Politiker daf\u00fcr zu gewinnen, da\u00df sie zum Vorteil ihres\nGesch\u00e4ftes stimmen (Pharma-Industrie, Waffen-Fabrik, Versicherung,\nGlaubens-Gemeinschaft usw). Zum Dank werden willige Politiker mit gro\u00dfz\u00fcgigen\nGeschenken bedacht (Geld- oder Sach-Leistungen). Obwohl die Politiker sehr gut\nverdienen, kann man doch davon ausgehen, da\u00df viele nach dem Sprichwort handeln:\n\u201eEine Hand w\u00e4scht die andere.\u201c In den USA spricht man vom Deal (Handel). Der\nrichtige Name ist aber Korruption (Verdorbenheit).<\/p>\n\n\n\n<p><strong>3. Verlogenheit<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Der Politiker ist ein Mann des Wortes. Reden ist sein\nLeben. Zur Wahrheit hat er ein gespaltenes Verh\u00e4ltnis: Glaubt er, da\u00df sie ihm\nnutzt, sagt er sie. Glaubt er, da\u00df sie ihm schadet, ersetzt er sie durch\nHalb-Wahrheiten, Viertel-Wahrheiten oder die platte L\u00fcge. Gern malt er einfache\nBilder und redet den Leuten nach dem Mund. Hat er einmal willentlich oder\nunwillentlich etwas Falsches gesagt, schw\u00e4cht er es ab (er rudert zur\u00fcck) oder\nsei mi\u00dfverstanden worden. Das ganze Leben dr\u00e4ngt den Politiker dazu, sich und\nseine Partei in gutes Licht zu stellen. Nur der Erfolgreiche hat Erfolg! Den\nGegner aber redet er schlecht und l\u00e4\u00dft kein gutes Haar an ihm. Und so neigt er\ndurch seine ganze Existenz mehr zur Un-Ehrlichkeit als zur Ehrlichkeit. Das\naber kann mit der Zeit zu seiner zweiten Natur werden. Und er bemerkt es nicht\neinmal.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>4. Machtgier<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Der richtige Politiker will die Gesellschaft nach seinen Vorstellungen gestalten. (Der falsche sucht nur einen guten Job.) Und je mehr Mitstreiter und Zustimmung er f\u00fcr seine Ideen findet, umso gr\u00f6\u00dfer ist seine Aussicht, sie zu verwirklichen. In seinem Kampf um Erhalt und Vermehrung der Macht ist der Macht-Mensch ein wahrer Wendehals und Meister der Anpassung. Aber Macht ist gef\u00e4hrlich: Der Historiker Jacob Burckhardt sagt: \u201eDie Macht an sich ist b\u00f6se.\u201c Mit der Macht w\u00e4chst der Hunger nach mehr Macht. Und das kann bis zum Macht-Rausch gehen. Aber es ist daf\u00fcr gesorgt, da\u00df die B\u00e4ume nicht in den Himmel wachsen: Der Macht-Rausch ist der Tief-Punkt eines verdorbenen Charakters und der gef\u00e4hrlichste dazu. Denn dann k\u00f6nnen ungeheure Zust\u00e4nde drohen mit Hekatomben von Leichen, wie es die kommunistischen Politiker, von Lenin an, beipielhaft gezeigt haben.\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 <br><em>Werner J. Mertensacker<\/em><\/p>\n\n\n\n<p>CM-Buch: <a href=\"https:\/\/christliche-mitte.de\/index.php\/produkt\/liebe-ehe-treue\/\">Die Treue<\/a> (5 \u20ac)<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>\u00dcber die Politiker h\u00f6rt man mehr Tadel als Lob, nicht nur wegen ihrer Politik, sondern auch, weil sie einen schlechten Charakter h\u00e4tten. Und dabei schwingt die \u00dcberzeugung mit, da\u00df die Politik daran nicht unwesentlich mitgewirkt habe. Wenn das stimmt, ist der Politiker nicht nur T\u00e4ter, sondern auch Opfer, Opfer seines Milieus. 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