{"id":2783,"date":"2019-07-04T22:43:31","date_gmt":"2019-07-04T20:43:31","guid":{"rendered":"https:\/\/christliche-mitte.de\/?p=2783"},"modified":"2019-07-04T22:43:31","modified_gmt":"2019-07-04T20:43:31","slug":"das-gewissen-ist-nicht-unfehlbar","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/christliche-mitte.de\/index.php\/2019\/07\/04\/das-gewissen-ist-nicht-unfehlbar\/","title":{"rendered":"Das Gewissen ist nicht unfehlbar!"},"content":{"rendered":"<p><em>Auf das Gewissen ist kein absoluter Verla\u00df. Gro\u00dfe Verbrechen werden mit gutem Gewissen begangen und gerechtfertigt. Auch die D\u00e4monen k\u00f6nnen mit der \u201eStimme\u201c des Gewissens sprechen. Wer aber sagt uns verl\u00e4\u00dflich, was wir tun oder lassen sollen?<\/em><\/p>\n<p><strong>Alles Sollen gr\u00fcndet im Sein!<\/strong><\/p>\n<p>Der M\u00fcnsteraner Philosoph Josef Pieper (1904-1997) vertreibt mit ein paar wuchtigen Schl\u00e4gen allen Nebel und schafft Klarheit: \u201eAlles Sollen gr\u00fcndet im Sein. Die Wirklichkeit ist das Fundament des Ethischen. Das Gute ist das Wirklichkeitsgem\u00e4\u00dfe.\u201c Was wir tun oder lassen sollen, sagt uns also etwas in der Au\u00dfenwelt, nicht etwas in uns. Weiter stellt Pieper fest: \u201eWer das Gute wissen und tun will, mu\u00df seinen Blick richten auf die gegenst\u00e4ndliche Seinswelt. Nicht auf die eigene \u201eGesinnung\u201c, nicht auf das \u201eGe\u00adwissen\u201c, nicht auf \u201edie Werte\u201c, nicht auf eigenm\u00e4chtig gesetzte \u201eIdeale\u201c und \u201eVorbilder\u201c. Er mu\u00df absehen von seinem eigenen Akt und hinblicken auf die Wirklichkeit.\u201c Kurz gesagt: Wir sollen tun, was die Dinge fordern. Ein gutes Beispiel daf\u00fcr ist der Barmherzige Samariter.<\/p>\n<p><strong>Vernunft und Gewissen<\/strong><\/p>\n<p>Die Vernunft informiert das Ge\u00adwissen dar\u00fcber, was wirklichkeitsgem\u00e4\u00df ist und was es fordern, loben oder tadeln soll. Selbst kann das Gewissen nicht erkennen, weil es eine reine Befehls-Zentrale ist. Sein Wissen ist nur ein Mit-Wissen mit dem Wissen der Vernunft. Das bedeutet aber: Wenn die Vernunft sich irrt, \u201eirrt\u201c sich auch das Gewissen. Und dann fordert es nicht, was die Dinge fordern,\u00a0 sondern etwas Falsches. Und Schlimmeres kann es kaum geben. Um das zu verhindern, wollen manche Leute das Gewissen bilden. Das geht aber nicht. Man kann das Gewissen nur \u00fcber die Vernunft korrigieren, nicht direkt. Und das bedeutet: Die Vernunft mu\u00df es lernen, sich nicht mit einer oberfl\u00e4chlichen Kenntnis einer Sache zufrieden zu geben, sondern genauer hinzuschauen, bis sie die Wahrheit erkennt.<\/p>\n<p><strong>Die Manipulation<\/strong><\/p>\n<p>Wer Menschen zu falschem Tun und Handeln verf\u00fchren und ihr Gewissen verf\u00e4lschen will, der mu\u00df ihnen ein falsches Bild von der Wirklichkeit geben. Das geschieht tagt\u00e4glich mit der kleinen L\u00fcge wie mit der gro\u00dfen Manipulation bzw. Des-Information. Es gibt auch staatliche Gesetze, die uns falsch informieren und uns z.B. einreden wollen, es sei erlaubt, ein kleines Kind zu t\u00f6ten oder da\u00df M\u00e4nner M\u00e4nner heiraten und Frauen Frauen. Doch das ist alles ganz und gar falsch. Denn es gr\u00fcndet nicht im Willen der Natur, sondern in kurzsichtiger und zerst\u00f6rerischer Willk\u00fcr.<\/p>\n<p><strong>Ergebnis<\/strong><\/p>\n<p>Das Gewissen ist ein st\u00e4ndiger, nicht aber auch zuverl\u00e4ssiger Begleiter. Was wir tun oder lassen sollen, sagen uns letztlich nur die Dinge selbst, die Menschen und Umst\u00e4nde, die Wahrheit. Auch Gesetze und sonstige Vorschriften sind nicht ma\u00df-gebend. Alles Sollen gr\u00fcndet allein im Sein und in sonst nichts.<\/p>\n<p>Was sein Fundament nicht in der Wirklichkeit hat, besitzt keine Verpflichtungs-Kraft aus sich selbst, sondern nur aus Macht-Anspr\u00fcchen von Einzel-Personen oder Institutionen. Mit Goethes Worten: \u201eIm Tun und Handeln kommt alles darauf an, da\u00df die Objekte rein aufgefa\u00dft und ihrer Natur gem\u00e4\u00df behandelt werden.\u201c Damit geht der Dichter noch \u00fcber den ethischen Bereich hinaus und formuliert ein allgemeines \u201eGesetz des Handelns\u201c.<br \/>\n<span style=\"color: #999999;\">Werner J. Mertensacker<\/span><\/p>\n<p><strong>CM-Buch<\/strong>: <a href=\"https:\/\/christliche-mitte.de\/index.php\/produkt\/falschmuenzer-des-glaubens\/\">Falschm\u00fcnzer des Glaubens<\/a> (5 \u20ac)<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Auf das Gewissen ist kein absoluter Verla\u00df. Gro\u00dfe Verbrechen werden mit gutem Gewissen begangen und gerechtfertigt. Auch die D\u00e4monen k\u00f6nnen mit der \u201eStimme\u201c des Gewissens sprechen. Wer aber sagt uns verl\u00e4\u00dflich, was wir tun oder lassen sollen? Alles Sollen gr\u00fcndet im Sein! 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