{"id":1226,"date":"2018-04-26T20:50:18","date_gmt":"2018-04-26T18:50:18","guid":{"rendered":"https:\/\/christliche-mitte.de\/?p=1226"},"modified":"2018-04-26T20:50:18","modified_gmt":"2018-04-26T18:50:18","slug":"stalingrads-madonna-lebt","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/christliche-mitte.de\/index.php\/2018\/04\/26\/stalingrads-madonna-lebt\/","title":{"rendered":"Stalingrads Madonna lebt"},"content":{"rendered":"<p>Achzig Kilometer an der Wolga entlang zieht sich die heutige Mil\u00adlionenstadt Wolgograd. Von 1925 bis 1961 hie\u00df sie Stalingrad. Sie liegt 1000 km s\u00fcd\u00f6stlich von Moskau. In Stalingrad kapituliert Anfang Februar 1943 die 6. deutsche Armee. 108.000 deutsche, rum\u00e4nische und kroatische Soldaten geraten in Gefangenschaft. Die allermeisten kommen um.<\/p>\n<p>Sechs Wochen zuvor. Dr. Kurt Reuber, Arzt und ev. Pfarrer, hockt am Heiligabend mit seinen Soldaten in einem der armseligen Bunker von Stalingrad beisammen. Auf ei\u00adnem kleinen Tisch steht eine brennende Kerze. Eine andere flackert auf einem Holzscheit, das in die Lehmwand des Bunkers getrieben ist. Dar\u00fcber h\u00e4ngt eine gro\u00dfe Kohlezeichnung, auf die R\u00fcckseite einer Landkarte gemalt: Maria mit dem JESUS-Kind.<\/p>\n<p>Links neben ihr ist in Worten das unaufhaltsame Schicksal der 6. Ar\u00admee festgeschrieben: Weih\u00adnachten im Kessel. Die Soldaten wissen: Der Marsch in die grausame Gefangenschaft, vielleicht in den Tod, steht bevor. Rechts von der Madonna hat Pfr. Dr. Reuber, die Leitworte des Johannes-Evangeliums niedergeschrieben:<\/p>\n<p><strong>\u201eLicht, Leben, Liebe.\u201c<\/strong><\/p>\n<p>Wenige Tage sp\u00e4ter \u00fcbergibt Dr. Reuber am Feldflughafen Pitomnik die Stalingrad-Madonna seinem Freund Heinrich Cred\u00e9, der in die rettende Heimat ausgeflogen wird. Zugleich schickt der Pfarrer sein Selbstbildnis und einige seiner Zeichnungen von russischen Menschen seiner Frau ins Pfarrhaus von Wichmannshausen im Nordhessischen. Dazu schreibt er: \u201eLicht, Leben, Liebe, diese Worte werden zu einem Symbol, einer Sehnsucht nach allem, was \u00e4u\u00dferlich so wenig da ist.\u201c Unter seinem Selbstbildnis:<\/p>\n<p>\u201eUnfertig, da Kommandeur eben mitteilt, da\u00df er sofort abfliegt.\u201c<\/p>\n<p>Reuber hatte lange mit sich gerungen, welchen Berufsweg er einschlagen sollte. Entscheidend f\u00fcr ihn wurde eine Begegnung mit Albert Schweitzer (\u2020 1965), dem Missionsarzt und sp\u00e4teren Friedensnobelpreistr\u00e4ger (1952). Mit ihm verband Reuber eine tiefe Freundschaft, so da\u00df Schweitzer Pate seines Sohnes wurde.<\/p>\n<p>Doktor Reuber sah seine Frau und seine Angeh\u00f6rigen nie wieder. Im Januar 1944 starb er in einem Lager im Kaukasus. Von den etwa 50 Bildern, die dort, inmitten aller Not, entstanden, gelangte nur noch die \u201eGefangenen-Madonna\u201c in die Heimat. Die anderen Bilder sind verschollen.<\/p>\n<p><strong>Ausgestellt in Berlin<\/strong><\/p>\n<p>Die \u201eStalingrad-Madonna\u201c h\u00e4ngt in der Kaiser-Wilhelm-Ged\u00e4chtnis-Kirche in Berlin. Familie Reuber hat das Bild dorthin gegeben, wo es vielen Besuchern eine Verk\u00fcndigung des Friedens durch JESUS und Maria sein kann. Vielen Christen ist nicht bewu\u00dft, da\u00df wir ohne Maria JESUS nicht h\u00e4tten. GOTT respektiert die Freiheit seiner Gesch\u00f6pfe so sehr, da\u00df ER den Engel Gabriel als Brautwerber zu Maria sendet. Erst nachdem diese erkl\u00e4rt hat: \u201eIch bin die Magd des HERRN. Mir geschehe, wie du es gesagt hast\u201c (Lk 1,38), kommt der HEILIGE GEIST auf Maria herab und erf\u00fcllt sie, so da\u00df sie als Jungfrau \u2013 \u201eWie soll das geschehen, da ich keinen Mann erkenne?\u201c (Lk 1,34) \u2013 Mutter JESU wird.<\/p>\n<p><strong>Mutter f\u00fcr immer<\/strong><\/p>\n<p>Es ist also keineswegs \u00fcberzogen formuliert, wenn Christen \u00fcberzeugt sind, da\u00df uns alle Gnadenhilfe GOTTES \u00fcber Maria zuflie\u00dft. Mutter zu sein, ist aber nicht nur die Bezeichnung f\u00fcr die Stunden der Geburt, sondern bleibend f\u00fcr das ganze Leben, ja f\u00fcr die Ewigkeit. Deshalb wird Maria biblisch gegr\u00fc\u00dft mit dem Wort: \u201eDu bist voll der Gnade\u201c (Lk 1,28). Maria selbst darf in ihrem gro\u00dfen Gebet, dem Magnificat (Lk 1,48), aussprechen: \u201eSelig preisen mich von nun an alle Geschlechter\u201c. Wer das bewu\u00dft unterl\u00e4\u00dft, wendet sich gegen ein biblisches Wort.<\/p>\n<p>Schon in der Urkirche, als aus dem Marien-Haus, an die heutige \u201eFelsgrotte\u201c in Nazareth angebaut, eine Kapelle entsteht, schreibt ein Christ auf eine der S\u00e4ulen auf griechisch: \u201eSei gegr\u00fc\u00dft, Maria!\u201c. Wer sich deshalb an Maria als F\u00fcrbitterin bei JESUS wendet, geht denselben Weg, den GOTT gew\u00e4hlt hat. Pfarrer Reuber sah Maria mit dem Kind als Friedensbringerin.<br \/>\n<span style=\"color: #999999;\"><em>W.P.<\/em><\/span><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Achzig Kilometer an der Wolga entlang zieht sich die heutige Mil\u00adlionenstadt Wolgograd. Von 1925 bis 1961 hie\u00df sie Stalingrad. Sie liegt 1000 km s\u00fcd\u00f6stlich von Moskau. In Stalingrad kapituliert Anfang Februar 1943 die 6. deutsche Armee. 108.000 deutsche, rum\u00e4nische und kroatische Soldaten geraten in Gefangenschaft. Die allermeisten kommen um. 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