{"id":10735,"date":"2026-10-01T08:00:00","date_gmt":"2026-10-01T06:00:00","guid":{"rendered":"https:\/\/christliche-mitte.de\/?p=10735"},"modified":"2026-09-22T21:56:47","modified_gmt":"2026-09-22T19:56:47","slug":"hildegard-und-der-kaiser","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/christliche-mitte.de\/index.php\/2026\/10\/01\/hildegard-und-der-kaiser\/","title":{"rendered":"Hildegard und der Kaiser"},"content":{"rendered":"\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Kaiser Barbarossa erwartet die \u00c4btissin in seiner Pfalz in Ingelheim. Seit 17 Jahren befindet er sich im Streit mit Papst Alexander III..<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Es ist das Jahr 1163. Kaiser <strong>Friedrich I. Barbarossa<\/strong> unterst\u00fctzt nacheinander vier Gegenp\u00e4pste: <strong>Viktor IV., Paschalis III., Kalixt III.<\/strong> und <strong>Innozenz III.<\/strong> Europa leidet unter dem Schisma von 1159, welches nach dem Tod Papst <strong>Hadrians IV.<\/strong> ausgebrochen war. Nach der Wahl von Papst <strong>Alexander III.<\/strong>, der die Unabh\u00e4ngigkeit der Kirche betonte, w\u00e4hlten Gegner <strong>Viktor IV.<\/strong> zum Gegenpapst, der die Interessen der Kirche den Interessen des Kaisers unterordnete. Diese Haltung der Gegenp\u00e4pste verurteilt <strong>Hildegard von Bingen<\/strong> scharf: \u201eGOTT wird ein Strafgericht \u00fcber Dich kommen lassen!\u201c Der Kaiser h\u00f6rt der Ordensfrau lange zu und stellt auf dem Hoftag zu Mainz im selben Jahr einen Schutzbrief f\u00fcr ihr Kloster aus. Wieder zu Hause auf dem Rupertsberg bei Bingen schreibt sie ihm zur Bekr\u00e4ftigung: \u201eDu, K\u00f6nig, regiere mit dem Zepter der Barmherzigkeit, damit Du nicht einst angeklagt wirst vor GOTT!\u201c Zeit vergeht. Dann endlich der Friede von Venedig 1177. Kaiser Friedrich I. Barbarossa mu\u00df Alexander III. als rechtm\u00e4\u00dfigen Papst anerkennen. Das Schisma ist beendet. <\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">\u00c4btissin auf dem Rupertsberg <\/h2>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">F\u00fcr die Benediktinerin Hildegard sind die Bibel und die Regel des hl. Benedikt am wichtigsten. F\u00fcr ihr Kloster schreibt sie ein Mysterienspiel, komponiert 70 lateinische Chor\u00e4le, dichtet Lieder, schreibt Erkl\u00e4rungen zu den Evangelien und steht im Briefwechsel mit P\u00e4psten, Bisch\u00f6fen, K\u00f6nigen und kleinen Leuten. Um vor der Lauheit des Glaubens zu warnen, wandert sie zu Fu\u00df bis Metz und Trier und predigt auf Marktpl\u00e4tzen. \u201eBu\u00dfe statt Vergn\u00fcgen\u201c ist ihre Botschaft. 1165 gr\u00fcndet sie das Tochter\u2010Kloster Eibingen bei R\u00fcdesheim, ausgestattet mit einem eigenen R\u00f6hrenSystem f\u00fcr frisches Wasser. \u00c4btissin Hildegard ist zugleich die gr\u00f6\u00dfte \u00c4rztin und Natur\u2010Forscherin ihres Jahrhunderts. Sie kennt Heilkr\u00e4uter, Tiere und die Medizin des Volkes. Hunderten kann sie mit ihrem Kr\u00e4utergarten an der Klosterpforte helfen. Ihre Ab handlung \u201eProphetissa Teutonica\u201c ist das erste systematische Werk \u00fcber Naturheilkunde in Europa. <\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Vom Teufel versucht <\/h2>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Hildegard wird auch von b\u00f6sen Geistern gepeinigt. Neben all den anderen k\u00f6rperlichen Leiden und Krankheiten, die sie zeitlebens heimsuchen. So h\u00f6rt sie die D\u00e4monen sagen: \u201eLa\u00dft sie an GOTT zweifeln und IHN l\u00e4stern, weil sie so leiden mu\u00df!\u201c Doch die Heilige gibt nicht nach. Dem\u00fctig antwortet sie GOTT: \u201eWas DU \u00fcber mich kommen l\u00e4\u00dft, ist gut. Ich habe all das verdient.\u201c Dann der Streit mit dem Mainzer Domkapitel: Als ein junger Edelmann stirbt, wird er mit Hildegard Erlaubnis auf dem Klosterfriedhof beigesetzt. Was Hildegard allerdings nicht wu\u00dfte, ist, da\u00df sich der Verstorbene im Kirchenbann befand, also laut Kirchenrecht nicht bestattet werden durfte. Hildegard weigert sich jedoch, den Mann wieder ausgraben zu lassen, denn sie h\u00e4lt an der Heiligkeit der Grabesruhe fest. Mainz verh\u00e4ngt das Interdikt \u00fcber das Kloster als Strafe: Kein Glockengel\u00e4ut mehr, keine Heilige Messe, keine Beichte mehr auf dem Rupertsberg. Doch die \u00c4btissin bleibt unbeugsam. Nach einem Jahr gibt Mainz nach und hebt das Interdikt auf. Als sie 1179 mit 81 Jahren stirbt, leuchten am Himmel zwei Regenbogen auf, die sich kreuzen, im Zentrum ein heller Mond und ein rotes Kreuz, umgeben von vielen bunten Kreisen, die gleichfalls ein Kreuz tragen. <\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-text-align-right wp-block-paragraph\"><em>Sr. M. Anja Henkel <br>Buch: Mit den Heiligen durchs Jahr (10 \u20ac)<\/em><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Kaiser Barbarossa erwartet die \u00c4btissin in seiner Pfalz in Ingelheim. Seit 17 Jahren befindet er sich im Streit mit Papst Alexander III.. Es ist das Jahr 1163. Kaiser Friedrich I. Barbarossa unterst\u00fctzt nacheinander vier Gegenp\u00e4pste: Viktor IV., Paschalis III., Kalixt III. und Innozenz III. 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